Johanniterkirche zu Mirow

Aus der Geschichte des Fördervereins

Nach ersten Zusammenkünften im März 1989 gründete sich am 17.08.1989 der Förderverein Mirow e. V. in einer Zeit, in der die damals noch bestehende DDR ihre Macht doch schon wanken sah und somit versuchte sie jeglicher Art von eventuellen Verschwörern entgegenzusetzen. Es darf also nicht verwundern, daß die Erstbegründer des Vereins, vor allem aus Handwerkern Mirows und engagierten Denkmalschützern bestehend, von nun an unter ständiger Beobachtung standen. Der einmalige Mitgliedsbeitrag betrug damals 300,00 M, etwa ein Drittel bis ein Halb eines Monatsgehaltes. Doch dem Durchhaltevermögen und dem unabweichlichen Vorhaben, der Johanniterkirche wieder die Kirchturmspitze aufzusetzen, ist es zu verdanken, daß nach der Wende dieser Verein am 27.03.1990 unter laufender Nummer 1 des Vereinigungsregisters des Kreises Neustrelitz als Vereinigung "Kirchturm Mirow" registriert werden konnte.

Anliegen dieses Vereines war es, die 1945 zerstörte Kirchturmspitze in ihrer ursprünglichen Form wiederaufzubauen.
Dies dauerte bis zum 12. November 1993, um dann in einer spektakulären Endphase des Baus, nämlich der Aufsetzung der Kirchturmspitze durch spezielle Bautechnik, zum Höhepunkt zu gelangen.

Doch bis es so weit war, gab es einen langen und beschwerlichen Weg zu beschreiten. Es begann damit, daß der Kirchturm zuerst auf dem Papier Wiederentstehen mußte, um dann mit beschränkten Mitteln Firmen zu finden, die in der Lage waren, diesen Auftrag zu erfüllen.

Nachdem man die richtige Firma gefunden hatte, wurde jetzt die Finanzierung zur größten Herausforderung. Viele Anträge wurden geschrieben, Gespräche geführt und immer wieder der Aufruf zum Spenden.

Förder- und Spendengelder des Landes, der Kirche und nicht zu vergessen Spenden und Beiträge vieler Betriebe, Unternehmen und Privatpersonen ermöglichten letztendlich die Finanzierung der Kirchturmspitze.

Weiterhin mußten jetzt sämtliche bauliche Voraussetzungen geschaffen werden. Das war aus alleiniger Kraft der Vereinsmitglieder und freiwilliger Helfer nicht möglich.

Das heißt, daß es vor allein auch den vom Verein beschäftigten ABM-Kräften zu verdanken ist, daß dieses Vorhaben verwirklicht werden konnte. Sie schufen die Grundlage für alle anderen Bauabschnitte. Doch damit nicht genug. So mancher Vereinsfreund hat sich mit all seiner Zeit und Kraft für den Bau zur Verfügung gestellt, um dieses Vorhaben voranzutreiben.

Der Mirower Kirchturm besteht aus einer verzinkten Stahlkonstruktion, welche mit Holz verkleidet und mit Kupfer ummantelt wurde. Er setzt sich aus drei Teilen, der Welschen Haube, der Laterne und dem dreifach geschwungenem Helm zusammen und ist somit Abbild des barocken Vorgängers.

Der Verein hat hiermit einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt eines kulturhistorischen Baus in Mirow beigetragen und sein großes Ziel erreicht.

Eine neue Idee reifte!

Der Mirower Kirchturm besaß jetzt eine 41 Meter hohe Kirchturmspitze mit einer Aussichtsplattform in Höhe von 29 m, die man leider über die alte, im Turm vorhandene Steige, nicht erreichen konnte.

Es lag nun der Gedanke nahe, den Kirchturm für die Öffentlichkeit begehbar zu machen. Deshalb startete der Mirower Kirchturmverein am 3. März 1997 eine große Spendenaktion: "Jeder kauft eine symbolische Stufe im Wert von 100,- DM". Diese Aktion hatte eine so starke Resonanz, daß schon am 16.08.1997 die öffentliche Treppe eingeweiht werden konnte.

Die Treppe setzt sich aus 10 Teilen mit insgesamt 146 Stufen zusammen.

Die letzten Stufen führen über eine stählerne Wendeltreppe hinauf zur Aussichtsplattform. An der Decke wurden dort Richtungen gekennzeichnet, damit der Betrachter sich besser auf die Schönheiten der Landschaft konzentrieren kann. Der Besucher kann dann mit Hilfe der Windrose auf der Rückseite der Eintrittskarte genau ermitteln, was in den einzelnen Richtungen zu sehen ist. Es ist nun zu jeder Jahreszeit möglich, den Kirchturm der Johanniterkirche zu Mirow zu besteigen und den wunderschönen Ausblick zu genießen.

Unsere Turmreferenten sorgt für den sicheren Besuchsablauf und steht zu Führungen und Beratungen zur Verfügung.

Auf einer kupfernen Ehrentafel, die im Aufstiegsbereich des Turmes angebracht ist, sind die Spender der Stufen namentlich erwähnt. Hiermit möchte der Verein allen Spendern seinen Dank beweisen.